Ankertypen

Man unterscheidet grundsätzlich zwei Ankertypen, und zwar

Die Gewichtsanker wirken - wie der Name schon vermuten läßt - hauptsächlich durch ihr Gewicht, während die Patentanker durch eine raffinierte Formgebung für spezielle Untergründe bei geringerem Gewicht einen besseren Halt versprechen.

Gewichtsanker

Der Stock- oder Admiralitätsanker

Bodenbeschaffenheit
Steine, Gras, Korallen
Wirkungsweise
Bei Zug kommt der Stock, der länger ist als die Flunken des Ankers, auf dem Boden zu liegen. Hierdurch stellen sich die Flunken senkrecht zum Boden auf. Wird der Anker weiter gezogen, gräbt sich eine der Flunken tief und fest in den Boden ein.
Kommentar
Da die zweite Flunke noch aus dem Boden ragt, besteht hier die Gefahr, dass sich die Kette in der Flunke verfängt (z.B. durch Swojen) und den Anker wieder ausreißt.
Auch muß man beim Ankerwerfen schon sehr genau darauf achten, dass man die Kette nicht auf den Anker wirft und sich nicht hier schon die Kette in den Flunken verwickelt.
Der Stockanker nimmt aufgrund seines langen Schaftes und Stockes, wowie der Flunken sehr viel Raum in Anspruch.

Stockanker

Patent- oder Leichtgewichtsanker

Der Danforth- oder Plattenanker

Bodenbeschaffenheit
Sand, Schlick, weichem Ton und Lehm
Wirkungsweise
Liegt der Anker auf dem Boden auf, zeigt die Platte leicht in Richtung Boden. Durch Zug graben sich die Flunken sehr schnell in den Boden.
Teilweise besitzen diese Anker Kugeln auf der Querstange, die das Eingraben derselben verhindern und das Greifen der Flunke begünstigt.
Kommentar
Der Plattenanker kann aufgrund seiner Konstruktion flach zusammengelegt und auf engstem Raum verstaut werden.


Der Pflugscharanker, CQR-Anker oder Delta-Anker

Bodenbeschaffenheit
Sand, Schlick, weichem Ton und Lehm, Gras
Wirkungsweise
Die Flunken dieses Ankers sind als doppelseitiger Pflugschar ausgebildet. Eine der beiden Seiten kommt immer auf dem Boden zu liegen. Durch das Ziehen über den Boden wird vor der Flunke Material aufgestaut. Bei genügend Wiederstand/Material dreht sich die Spitze in den Boden und gräbt sich dann durch den Zug komplett ein. Der Anker slippt häufig noch mehrere Meter über den Boden, bevor er sich eingräbt und hält.
Beim Pflugscharanker ist im Gegensatz zum Delta-Anker der Pflug durch ein Gelenk mit dem Schaft verbunden.
Der Pflugscharanker wird häufig auch CQR genannt, was aus dem Englischen kommt und beim 'schnell sprechen' wie "secure" gleich "sicher" klingt.
Kommentar
Der Pflugscharanker kommt häufig in Stromrevieren zum Einsatz.
Der beste Stauraum für den Pflugscharanker ist in einer Bugrolle unter dem Bugkorb. Die Ankerkette wird aus dem Kettenkasten zum Anker geführt und festgeschäkelt, um ihn sofort einsatzbereit zu haben.

CQR oder Pflugscharanker
Pflugscharanker

Delta-Anker
Deltaanker

Der Bügelanker

Bodenbeschaffenheit
Sand, Schlick, weichem Ton und Lehm
Wirkungsweise
Kommt der Bügel des Ankers als erstes auf dem Boden zu liegen, dreht sich der Anker unter Zug. Durch den Winkel zwischen dem Schaft und der Flunke wird der Anker dann unter Zug eingegraben.
Kommentar
Durch die einfachere Herstellung ist der Anker bei gleicher Haltekraft preiswerter als der Pflugscharanker.


Der Bruceanker

Bodenbeschaffenheit
Sand, Schlick, weichem Ton und Lehm
Wirkungsweise
Kommt der Schaft des Ankers als erstes auf dem Boden zu liegen, dreht sich der Anker allein durch sein Gewicht der Schaufel schon um. Durch den Winkel zwischen dem Schaft und der Flunke wird der Anker dann unter Zug eingegraben.


Der Klappdraggen oder Schirmanker

Klappdraggen oder Schirmanker

Bodenbeschaffenheit
Sand, Schlick, weichem Ton und Lehm
Wirkungsweise
Zwei der vier Flunken dieses Ankers kommen auf dem Boden zu liegen. Unter Zug graben sie sich ein.
Kommentar
Dieser Ankertyp ist eher für Jollen und Beiboote geeignet. Bei größeren Booten wird der Anker gerne zum Verwarpen verwendet.
Er läßt sich sehr klein zusammenlegen und dadurch sehr gut stauen.

ASV i.M.
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