Sichere Geschwindigkeit (Regel 6)
Jedes Fahrzeug muss jederzeit mit einer sicheren Geschwindigkeit fahren, so
dass es geeignete und wirksame Maßnahmen treffen kann, um einen Zusammenstoß zu
vermeiden. Das Fahrzeug muss innerhalt einer Entfernung zum Stehen bebracht
werden können, die den gegebenen Umständen und Bedingungen entspricht.
Was zählt zu diesen Bedingungen? Wann können wir schneller fahren,
wann drosseln wir unsere Geschwindigkeit?
Auf offener See, kein Schiff in Sicht und freiem Blick bis zum
Horizont können wir das Schiff ohne weiteres laufen lassen. Kommen wir in
die Nähe eines Hafens, wird der Schiffsverkehr zunehmen und es könnte durchaus
notwendig werden, die Geschwindigkeit ein wenig herabzusetzen. Ungünstiger Weise
wird das Wasser jetzt auch noch flacher und es liegen einige Untiefen auf
unserem Weg, also wieder die Geschwindigkeit nach unten korrigieren. Zu allem
Übel zieht jetzt auch noch ein Schneesturm auf, der uns die letzte Sicht raubt,
also mit langsamer Fahrt durch Wasser tasten, Nebelzeichen natürlich nicht
vergessen und gut Ausguck gehen!
Wovon hängt die sichere Geschwindigkeit ab?
- Sichtverhältnisse (Nebel, Schnee...)
- Verkehrsdichte (Nähe von Fischern...)
- Manovrierfähgikeit des Fahrzeugs (Bei einem großes
schweren Schiff im engen Hafen empfiehlt sich wohl eher das langsam fahren)
- Wind- Seegangs- und Strömungsverhältnisse sowie die
Nähe von Schiffahrtsgefahren
- bei Nacht das Vorhandensein von
Hintergrundbeleuchtung z.B. vom Ufer
- der Tiefgang im Verhältnis zur Wassertiefe
Zusätzlich bei Fahrzeugen mit betriebsfähigem Radar?
- die Leistungsgrenzen des Radars
- der eingeschaltete Entfernungsbereich des Radars
- Störquellen wie Seegang, Wetter...
- Kleinere Fahrzeuge und andere kleine
Teile werden durch Radar schlecht geortet
- Anzahl und Lage der auf dem Radar angezeigten
Fahrzeuge
- genauere Feststellung der Sichtweite
Regel 7: Wie stellen wir die Gefahr einer Kollision
fest? |