Mann/Boje über Bord - Manöver

Wofür?

Es ist relativ offensichtlich, wofür ein Mann über Bord Manöver benötigt wird: Man möchte möglichst schnell die überbordgefallene Freundin wieder hereinholen (hoffentlich). Es eignet sich natürlich auch für überbordgegangene Mützen, Eimer oder alles, was sich 30 Sekunden über Wasser halten kann.

Ablauf Allgemein

  • Alarm schlagen: Mit "Mann über Bord" wird laut auf diese Ausnahmesituation hingewiesen. Es ist ein "All-Hands-Manöver", d.h. dass auch schlafende Leute aus den Kojen geholt werden oder der Kuchen nicht erst aufgegessen wird.
  • Sichtkontakt halten: Es wird eine Person abgestellt, die nichts anderes macht, als die Person im Auge zu behalten. Hier hat es sich bewährt, immer mit einer Hand auf die überbordgegangene Person zu zeigen. Selbst wenn bei hohem Wellengang die Person teilweise nicht mehr zu sehen ist, wird so die Richtung einigermaßen zuverlässig festgehalten.
  • Rettungsmittel: Abhängig von den Umständen werden Rettungsmittel (Schwimmhilfen, Leuchtmaterialien, ...) ausgebracht. (Auf einer kleinen Jolle wird man höchstwahrscheinlich darauf verzichten)
  • Manöver: Ziel muss es sein, möglichst schnell zum Überbordgegangenen zurückzukehren ohne dass man den Abstand zu groß werden läßt. Beim Annähern an die Person (meist beim Aufschießen) darf diese natürlich auch nicht zu Schaden kommen.

Es gibt verschieden Mann über Bord Manöver, die abhängig von Kurs und Wetterlage gewählt werden sollten.

Mann über Bord Manöver mit Q-Wende

Dieses "Mann über Bord Manöver" ist das gängigste und wird Segelanfängern als erstes beigebracht. Es eignet sich für starken Wind, man benötigt wenig Besatzung und man kann dieses Manöver aus allen Kursen fahren.

Möglicher Kurs: Alle Kurse
Bevorzugter Kurs: Raumer Wind bis halber Wind

Mann über Bord Manöver mit Halse

Auf Amwindkursen bietet es sich an, den Kurs ein wenig zu halten, dann eine koordinierte Halse zu fahren und zum Überbordgegangenen zurückzukehren. Bei starkem Wind und Jollen muss man sich aber immer überlegen, ob man wirklich eine Halse fahren möchte. Bei größeren Booten ist die Frage, ob man gerade genügend Besatzung parat hat.

Bevorzugter Kurs: Am Wind

Manöver mit Gefahrenhalse

Dieses Manöver ist nur für Hochamwindkurse geeignet. Der Vorteil ist, dass man innerhalb kürzester Zeit wieder beim Überbordgefallenen ist und man sich nicht weit von ihm entfernt hat. Der Nachteil ist, dass man sehr schnell reagieren muss.

Muss-Kurs: Hoch am Wind.

Quickstop-Manöver

Dieses Manöver ist nur für Amwindkurse geeignet. Es wird sofort gewendet, wobei die Schoten belegt bleiben. Es folgt unmittelbar eine Halse und ein Aufschießer. Der eindeutige Vorteil ist, dass man innerhalb kürzester Zeit wieder beim Überbordgefallenen ist und sich nicht weit von ihm entfernt.

Bervorzugter Kurs: Am Wind bis max. halber Wind.

Das englische Manöver

Es wird sofort beigedreht; dies verhindert, dass der Abstand zum Überbordgegangenen zu groß wird. Der Motor wird gestartet, die Fock geborgen, das Groß dicht genommen und das Manöver wird wie das MOB-Manöver unter Motor gefahren. Offensichtlich ist dieses Manöver nur auf Jachten sinnvoll, die auch über einen Motor verfügen.

Möglicher Kurs: Alle Kurse

 

ASV i.M.
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